Chronik

spritzenhaus-1975

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Usenborn

Zu allen Zeiten der Usenborner Dorfgeschichte mussten die Einwohner unseres Dorfes gegen Brände ankämpfen, die durch Blitzschlag, Fahrlässigkeit und Brandstiftung oder Krieg und Unruhen entstanden waren.

Die erste offizielle Erwähnung der Usenborner Feuerwehr beginnt mit einem Brief vom 19.05.1888 eines Herrn Bauschbaum an den damaligen Usenborner Bürgermeister Vogel.
In diesem wurde mitgeteilt, dass sich die angekündigte Fertigstellung der Hand- und Druckspritze zum 28.05.1888 verzögern werde, da die noch ausstehenden Arbeiten bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen werden konnten. Im Jahre 1889 wurde sie schließlich in Dienst gestellt, da sie die Aufschrift „Gem. Usenborn 1889“ trägt.

1902 wurde das alte Feuerwehrgerätehaus zusammen mit der Schule in der Stolberger Straße fertig gestellt. Im Jahr 1930 wurde die Wasserversorgungsanlage in Usenborn fertig gestellt und die Feuerwehr erhielt noch einen Hydrantenwagen, welcher später auch noch als Schlauchwagen genutzt wurde.

Am 01.11.1935 wurde die Freiwillige Feuerwehr Usenborn schließlich von 30 Ortsbürgern offiziell gegründet. Der Monatsbeitrag für die Mitlieder betrug vor dem 2. Weltkrieg 10 Pfennig. Durch die Erlöse von Kornspenden der Usenborner Landwirte, konnten die ersten Uniformen angeschafft werden.

Während des 2. Weltkrieges wurden die meisten der aktiven Feuerwehrleute zur Wehrmacht eingezogen, dadurch wurde der Feuerwehrdienst der Pflichtfeuerwehr hauptsächlich von Frauen und Mädchen verrichtet.

Nach dem Krieg bis in die 60er Jahre war die Usenborner Feuerwehr auch weiterhin eine Pflichtfeuerwehr. Anfangs kamen alle Männer vom 17. bis 45. Lebensjahr zur Feuerwehr, doch schon bald wurde die Dienstzeit aber bis zum 35. Lebensjahr gekürzt, da sich die Feuerwehrleute bei den Übungen gegenseitig im Weg standen.

Im Jahr 1952 wurde ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA) in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Usenborn gestellt.

1953 wurde durch Mitglieder der Feuerwehr noch ein Schlauchtrockenturm an das zu diesem Zeitpunkt bestehende Feuerwehrgerätehaus angebaut. Dieser wurde noch im gleichen Jahr im Rahmen eines Festzuges eingeweiht.

1959 erhielt die Feuerwehr Usenborn eine Tragkraftspritze, TS 8/8 VW/Bachert. Diese leistete ihren „treuen“ Feuerwehrdienst noch bis ins Jahr 2000.

In den Jahren 1960/61 wurden im Rahmen der Flurbereinigung ein Löschteich sowie zusätzlich 5 Staustellen in Usenborn gebaut.

Mitte der 60er Jahre wurde in Usenborn erstmals eine Sirene installiert, was ein Fortschritt zu früheren Zeiten war. Davor wurden in Usenborn Hornisten bestimmt, die bei Übungen und Feueralarm die Mitglieder „herbeiblasen“ mussten. Bei Feueralarm wurden zusätzlich noch die „Feuerglocken“ der beiden Kirchengemeinden geläutet.

Am 27.10.1965 wurde das erste motorisierte Löschfahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), der Feuerwehr Usenborn übergeben. In dieses Fahrzeug wurde auch die erste Funkanlage unserer Feuerwehr eingebaut, mit welcher ein wichtiger Schritt zur besseren Brandbekämpfung in Usenborn getan wurde.
Mitte der 70er Jahre wurde in der Brunnenstraße durch Eigenleistung der Feuerwehrmitglieder am alten Brunnen noch eine zusätzliche Saugstelle angeschlossen. Durch diese Saugstelle war nun die Löschwasserversorgung in Usenborn ganzjährig gesichert.

Im Jahr 1976 wurde das seit 1902 benutzte Feuerwehrgerätehaus von der Feuerwehr abgerissen. Das neue Feuerwehrgerätehaus konnte nach kurzer Bauzeit zusammen mit dem Dorfgemeinschaftshaus schon im Mai 1977 eingeweiht und der FFW Usenborn übergeben werden.

Seit 1977 wurde endlich auch um passive Mitglieder geworben, besonders unter den ehemaligen Feuerwehrleuten, die mit Erreichen des 35. Lebensjahres aus der Feuerwehr ausgeschieden waren.

1978 konnte der durch die Ortsvereine gebaute Grillplatz am „Brandweiher“ offiziell eingeweiht werden, auf welchem seit diesem Zeitpunkt das alljährliche Grillfest der Feuerwehr stattfindet.

Im Laufe des Jahres 1979 wurde in Usenborn die erste Feuerlöscherüberprüfung durchgeführt.
Vom 07. bis 09.06.1985 feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 50 jähriges Bestehen mit einem großen Festprogramm einschließlich eines Festumzuges. Bei diesem Fest wurde auch die Gründung der Jugendfeuerwehr in Usenborn beschlossen. Diese wurde dann im darauf folgenden November offiziell gegründet.

1988 wurde das mittlerweile in die Jahre gekommene Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) durch ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8) ersetzt.

Anfang der 90er Jahre wurde durch Vereinsmittel der „Fuhrpark“ der FFW Usenborn um ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) erweitert. Dieses wurde als ausgedientes Firmenfahrzeug übernommen und in Eigenleistung durch Mitglieder der Feuerwehr zu einem Feuerwehrfahrzeug umgebaut.

Im Rahmen des von der Jugendfeuerwehr Usenborn anlässlich ihres 15 jährigen Bestehens ausgerichteten „Citycup“ im Jahre 2000, wurde der Einsatzabteilung eine neue Tragkraftspritze (TS 8/8) der Marke HALE durch den damaligen Stadtbrandinspektor Harald Simon übergeben.

2004 wurden die Aufbauten des Löschfahrzeuges um einen pneumatischen Lichtmast mit 2x 1500W Hochleistungsstrahler erweitert. Dieser Lichtmast wurde unter anderem durch Spenden ortsansässiger Institutionen finanziert und in Eigenleistung montiert.

In den Folgejahren wurde die Ausrüstung durch Zuschuss finanzieller Mittel des Vereins und durch Spendengelder von Firmen immer wieder ergänzt. So wurden alle Feuerwehrleute mit den neuen Einsatzanzügen nach HUPF und alle Atemschutzgeräteträger mit Feuerschutzanzügen (Nomex) ausgestattet. FMS Handapparate, Fahrzeugstabilisierungs- und Unterbaublöcke (GRIP-Block-System), sowie zahlreiche Ergänzungen konnten so angeschafft werden.

In 2007 wurden die Feuerwehren Usenborn und Gelnhaar in den Löschbezirk Ost der Stadt Ortenberg eingeteilt und fahren auf Grund der geringen Personaldecke bei Tagesalarm seit dem die Einsätze gemeinsam. Diese Variante hat sich bewährt und zeigte auch bei den Einsatzkräften große Akzeptanz.

Im August 2009 konnte das neue Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) mit dem Funkrufnamen Florian Ortenberg-Usenborn 19 seinen Dienst aufnehmen. Das 17.000.- Euro teure Fahrzeug wurde von der Stadt Ortenberg und dem Feuerwehrverein angeschafft und in Eigenleistung aufgebaut.

Nach Abschluß des Festjahres stehen nun die Sanierung und der Umbau des in die Jahre gekommenen Feuerwehrhauses an.